#Gesichtzeigen: Für ein sichtbar menschenfreundliches Deutschland. Ein 4-Punkte-Aufruf.

Menschen helfen. Sie kochen zusammen mit Vertriebenen, spielen gemeinsam Fußball, sortieren Kleider. Sie tun aktiv etwas für die Menschen, die Hilfe brauchen, für die Flüchtigen, die in Europa, in Deutschland ankommen und Schutz bei uns suchen. Großartige Initiativen entstehen, regional und deutschlandweit. Das ist wunderbar und berührend. Doch es gibt etwas Wesentliches, was bislang fehlt: Eine übergreifende mediale Sichtbarkeit dessen, wie Deutschland wirklich ist.

von B. Miserre

#Gesichtzeigen: Für ein sichtbar menschenfreundliches Deutschland

Menschen helfen. Sie kochen zusammen mit Vertriebenen, spielen gemeinsam Fußball, sortieren Kleider. Sie tun aktiv etwas für die Menschen, die Hilfe brauchen, für die Flüchtigen, die in Europa, in Deutschland ankommen und Schutz bei uns suchen. Großartige Initiativen entstehen, regional und deutschlandweit. Heribert Prantl fordert in sueddeutsche.de am gestrigen Sonntag eine „Allianz für Flüchtlinge“. Das ist wunderbar und berührend. Doch es gibt etwas Wesentliches, was bislang fehlt: Eine übergreifende mediale Sichtbarkeit dessen, wie Deutschland wirklich ist.

 

Denn die Brandstifter dieser Tage, die „politisch Verbeulten“, wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sie - fast zu verniedlichend - nennt, haben die Bilderhoheit. Sie sind diejenigen, deren Taten uns in den Medien tagtäglich von den Titelseiten und Online entgegenschreien. Bilder von brennenden Heimen oder was davon übrig blieb, von Lkw-Transportern mit toten Flüchtlingen, von ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Bilder der Zerstörung.

 

Natürlich gibt es sie, die anderen Geschichten. Die, vieler Helfender, von Menschen, die gemeinsam mit den Neuankömmlingen in Heidenau und München ein Fest feiern und sich für ein herzliches Willkommen von Vertriebenen engagieren. Auch sie finden medial statt, aber weniger bildgewaltig und deshalb weniger sichtbar. Diese Geschichten eignen sich nicht als Aufmacher. Weder gedruckt, noch online. Das kann man finden, wie man möchte, aber so funktionieren Medien nun einmal. Ein Aspekt, auf den auch DIE ZEIT in ihrer aktuellen Ausgabe mit "Die Krisen reiten", selbstkritisch hinweist.

 

Eine Zeitung mit großer Auflage, die generell eher als Brandbeschleuniger denn als Feuerlöscher in Sachen Berichterstattung in Erscheinung tritt, verhielt sich gestern überraschend trendkonträr und nahm mit „100 Stimmen gegen Flüchtlingshass“ Promintenten-Statements als Aufmacher und Titelstory. Inwiefern die Thematisierung von hilfsbereiten (prominenten) Menschen auf dieser - und eventuell auch auf anderen Titelseiten - dauerhaft stattfindet wird sich zeigen.

 

Was ist zu tun?

Wichtig ist, Hilfe nicht nur zu leisten und Projekte zu initiieren, sondern auch sie professionell bildgewaltig darzustellen, sie online zu verbreiten und #Gesichtzeigen! Dem Bilderwahnsinn von brennenden Unterkünften und pöbelnden „Verbeulten“ starke Bilder des anderen, des herzlichen und hilfsbereiten Deutschland entgegenzusetzen. Was bedeutet das für alle diejenigen, die sich vor Ort engagieren, Initiativen gründen, Allianzen schmieden und Hilfsprojekte ins Leben rufen? Projekte und Aktionen müssen von Beginn an professionell visualisiert und online veröffentlicht werden, wenn sie wahrgenommen und ins Bewusstsein der Menschen dringen sollen. Neue, beeindruckende Bilder müssten hierfür produziert werden, auch mit prominenten Mitstreitern an der Spitze.

 

Doch wie soll das funktionieren? Professionelle Unterstützung von Fotografen, werbetreibenden Agenturen oder selbständigen PR-Fachleuten vor Ort, die pro bono und schnell Mini-Kampagnen entwickeln und Projekte visualisieren können, wäre eine Möglichkeit. Oder Unternehmen unterstützen mit ihren Kreativen aus Marketing & PR - insbesondere im Social Media Marketing - regionale oder auch überregionale Flüchtlingsprojekte wie beispielsweise www.ichhelfe.jetzt . Jeder kennt jemanden, der weiterhelfen kann!

 

Was kann jeder einzelne von uns tun? Ein 4-Punkte-Appell.

1. Bildet Intitiativen! Veröffentlicht sie unter dem Hashtag #Gesichtzeigen.

Jeder kann auf vielfältige Weise helfen: Mit Zeit, mit Geld, mit Sach- und Kleiderspenden, mit fachlichem Know-How. Vieles ist bereits am Entstehen. Organisationen aber auch Einzelpersonen, die eine neue Initiative bilden, können insbesondere regional und punktgenau helfen. Und immer daran denken: Projekte und Aktionen sollten von Beginn an professionell visualisiert und Online veröffentlicht werden, wenn sie wahrgenommen und digital weiterverbreitet werden sollen. Je besser die Bildqualität ist und je professioneller Eure Projekt-Geschichte erzählt und verbreitet wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Infos zu Eurem Projekt oder Engagement geteilt und geliked werden. Die effektivsten Social Media Kanäle sind die bekannten: Von Instagram über Pinterest, Twitter und Facebook bis hin zu Youtube für Videos oder einem eigenen Blog solltet Ihr alle Kanäle nutzen.

 

2. Prominente zeigt Gesicht! #Gesichtzeigen. Wartet nicht darauf, dass Euch jemand anspricht, bitte! Nutzt Eure Popularität und zeigt, dass Euch die Menschen, Euer Publikum, Eure Fans wichtig sind, folgt dem Beispiel von Til Schweiger,  Joko & Klaas und Dunja Hayali. Euer Einfluss ist riesig. Insbesondere diejenigen von Euch, deren Gesicht bekannt ist und zu denen die Menschen aufschauen. Wenn Ihr flächendeckend in Deutschland beispielsweise die „Patenschaft“ für einen Bezirk, für eine Flüchtlingsunterkunft oder für ein Projekt, übernehmt und damit präsent seid, es zu Eurem Projekt macht, wer wird es dann wagen, sich mit Euren tausenden von Fans deutschlandweit anzulegen? Einige wenige leisten bereits viel, doch wo sind all die anderen Kreativen? Unsere klugen geistigen Köpfe und Vordenker? Und wo sind die Musikschaffenden, deren Werke Menschen weltweit so wunderbar verbinden? Eure Aktion muss ja nicht die Dimension eines früheren Bob Geldof und von „Live Aid“ erreichen. Aber offizielle Statements, Aktionen, wie beispielsweise Konzerte für Flüchtlinge - gerne auch unplugged - und Appelle an die Fans könnten vieles bewirken und die regionalen Helfer mental unterstützen. Wo sind die Stimmen der Kreativen Deutschlands in diesen Stunden? Lasst hören! #Gesichtzeigen.

 

3. Unternehmen macht mit! #Gesichtzeigen. Unternehmen können helfen, ebenso wie NGO’s.  Es müssen nicht nur Sach- oder Geldspenden sein, die über betterplace.org übrigens auch für Unternehmen steuerlich unproblematisch zu handhaben sind.  Insbesondere das Kampagnen- und Medien-Know-How von Social Media Experten wird händeringend für die Verbreitung vieler innovativer regionaler und überregionaler Aktionen im Social Web gesucht (#bloggerfuerfluechtlinge u.v.m). Unternehmen, die projektweise ihre Social Media Experten für Kampagnen frei stellen oder große Werbe- und PR-Agenturen, die mit ihren Kreativen pro bono Social Media Kampagnen entwickeln, können viel bewegen. Engagiert Euch! #Gesichtzeigen.

 

3. Politiker handelt! #Gesichtzeigen. Parallel dazu muss die Bundespolitik handeln. Nicht nur reden. Eine Modernisierung des Staatsbürgergesetzes und ein Zuwanderungsgesetz, diese Forderungen wurden bereits mehrfach geäußert. Man muss kein Linker sein, um diese Vorschläge überdenkenswert zu finden. Doch es muss weiter gehen. Jetzt. Die EU-Politiker müssen jetzt die Europäische Einheit demonstrieren und gemeinsam an einem Strang ziehen. Die deutsche Bundesregierung sollte ihren Einfluss geltend machen, damit Ziele für eine nachhaltige Europäische Flüchtlingspolitik schnellstmöglich verabschiedet und Maßnahmen entwickelt werden. Ansonsten wird der Europäische Gedanke bald ein Häufchen rauchende Asche sein und was bleibt ist verbrannte Erde  - nicht nur in Europa.

 

Für uns Bürger in Deutschland ist es daher wichtiger denn je Gesicht zu zeigen, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Den geistigen und handelnden Brandstiftern in unserer Gesellschaft die Stirn zu bieten. Wir sind viele. Jeder mit dem, was er gut kann oder zur Verfügung stellen kann: Zeit, Kreativität, Geld, Sachspenden, Organisationsgeschick oder Spezial-Wissen im Bereich Medienarbeit und mehr. Wenn jeder von uns nur etwas tut, so klein und unbedeutend es angesichts dieser gewaltigen Aufgaben zu sein scheint, haben wir alle, hat Deutschland, viel an Menschlichkeit gewonnen. Unter dem Hashtag #Gesichtzeigen können wir diese Aktivitäten sichtbar machen und bündeln, bei Instagram, Twitter, Facebook und auf allen Social Media Kanälen. Dann wird es endlich auch von den Online und Print-Medien, von TV und Rundfunk sehr wahrgenommen und  weitertransportiert werden. Geben wir Deutschland ein sichtbar menschenfreundliches Gesicht. Lasst uns #Gesichtzeigen! Für ein sichtbar menschenfreundliches Deutschland.

 

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